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Zunächst einmal:
Auch Katzen kann man erziehen. Allerdings wird man nur in den seltensten
Fällen derartige "Erfolge" haben wie in der Hundeerziehung. Man darf nie
vergessen, dass Katzen eigenwillige Geschöpfe sind, denen das devote
Verhalten von Hunden im Regelfall fremd ist (ich schreibe bewusst im
Regelfall, denn unsere Katzen haben erstaunliche Angewohnheiten, die an
gut erzogene Hunde erinnern lassen). Meiner Ansicht nach muss man in der
Katzenerziehung ähnlich agieren wie bei der Erziehung von Kleinkindern:
Als erstes muss man
akzeptieren, dass Katzen auch eigene Persönlichkeiten mit Ecken und
Kanten sind. Denn ohne Verständnis und Akzeptanz wird man auf lange
Sicht kaum Erfolg haben, geschweige denn ein glückliches, zufriedenes
Miteinander. Das man weder Tiere noch Kinder schlagen darf, brauche ich
wohl nicht zu erwähnen. Die Grundregeln bei der Katzenerziehung lauten
Geduld, Gleichmäßigkeit und Konsequenz. Bei Fehlverhalten muss man
geeignete Sanktionen ergreifen, wogegen bei gewünschtem Verhalten die
Belohnung ganz groß geschrieben wird. Wir haben hier für die Kätzchen
auf ein altes Hausmittel zurückgegriffen: Wasserzerstäuber, die man
eigentlich für Pflanzen im Haus hat. Ein gezielter Spritzer in Ehren hat
unheimliche Wirkung. Wir haben hier nun wirklich nicht wenig Tiere, aber
trotzdem sind unsere Möbel weder angewetzt, noch haben wir Probleme mit
Gardinen und Co. Sicher hat der eine oder andere Rabauke mal versucht,
meine Gardinen als Klettergerüst zu nutzen oder meine Teppiche als
Kratzbaum. Aber wie gesagt, ein gleichzeitiges Sprühen mit dem
Zerstäuber und ein scharfes "NEIN" haben vollkommen ausgereicht. Somit
hatten wir nie das Problem, dass man auf Mittelchen zurückgreifen
musste, um die Möbel zu schützen. Nun aber zu den Grundregeln:
GEDULD
Ich denke, dazu muss
ich nicht viel schreiben. Es dürfte jedem klar sein, dass es sich am
Anfang schwierig gestaltet, dass Ihr und Eure Katze miteinander
kommuniziert (das bedeutet trotzdem, dass Euer Kätzchen von vorneherein
die Regeln lernen muss. Nicht nach dem Motto: Es ist ja noch so klein!
oder: Es vermisst doch seine Mutter/Geschwister, es muss sich doch erst
an uns gewöhnen). Ebenso wie Ihr lernen müsst, Eure Katze zu verstehen
muss Eure Katze lernen, Euch zu verstehen. Dies geht nur mit Geduld.
Denkt immer daran, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
KONSEQUENZ
Es ist wichtig, sich
von Anfang an zu überlegen, was Eure Katze darf und was nicht. Vergesst
dabei aber bitte nicht, dass Katzen Grundbedürfnisse haben (z.B.
Klettern). Greift jedes Mal ein, wenn die Katze etwas tut, was sie nicht
soll. Sorgt dabei aber auch dafür, dass die Katze auch in Eurer
Abwesenheit nicht die Gelegenheit dazu hat. Zumindest so lange, bis Eure
Katze weiss, was sie darf und was nicht.
Wir halten es hier zum Beispiel so, dass unsere Katzen auf Tische,
Schränke, Anrichten und Arbeitsplatten dürfen. Allerdings mit der
Einschränkung, dass wenn Essen auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte
steht, diese Orte Tabu sind. Ebenso verhält es sich mit dem Sofa: Wenn
gegessen wird, dürfen die Katzen nicht auf das Sofa. Auch ist der
Wickeltisch von unserem kleinen Philipp nur dann eine Sperrzone, wenn
wir den Kleinen wickeln. Als Niburoth und Aloueth gerade frisch
eingezogen waren und wir mal nicht im Haus waren, haben wir z.B. auf dem
Wickeltisch viele Kisten und Kartons gestellt, so dass die Katzen sich
gar nicht dort hinlegen konnten. Heute müssen wir zwar ab und an noch
einmal mahnende Worte aussprechen, aber im großen und ganzen gibt es
keine Probleme.
GLEICHMÄSSIGKEIT
Benutzt immer die
gleichen Wörter, um ein Fehlverhalten zu ahnden. Ein simples NEIN oder
RUNTER reicht aus. Wenn Ihr nämlich dreimal das Wort NEIN nutzt und beim
vierten Mal verärgert mit: Wie oft habe ich Dir schon gesagt Du sollst
nicht auf das Sofa, wenn wir essen?!" reagieren, so wird Eure Katze mit
absolutem Unverständnis reagieren. Dazu gehört auch, dass Ihr Eure Katze
an ihren Namen gewöhnt. Wir rufen unsere Katzen zwar auch mit Kosenamen
und haben uns die Langform für Ermahnungen aufgehoben, aber erst nachdem
hier alle ihren Namen "kannten". Wenn wir Nibi zum Beispiel wieder mal
beim Spielen mit Schnürsenkeln erwischten, so reichte ein "Niiiiiiiibuuuuuuuuuuuuroth"
in einem etwas schärferen Ton und schon waren die Schnürsenkel
uninteressant.
Mit diesen drei
Grundsteinen haben wir zum Beispiel Aloueth das Apportieren von Mäusen
beigebracht oder aber Malioth das Suchen von versteckter Beute (am
besten gefällt ihm das, wenn man seine Maus unter der Bettdecke
versteckt). Nicht das Sie nun glauben, dass die Katzen hier
Kunststückchen machen müssen. Es geht vielmehr darum, dass auch Katzen
meiner Ansicht nach, vernünftige Beschäftigung brauchen (ja ich weiß,
auch vernünftig ist eine Frage der Definition; mir geht es aber um eine
weitestgehend artgerechten Beschäftigung). Je mehr, desto besser für
Euch und für Eure Katze |