ZECKEN

Die Zecke gehört zur Klasse der Spinnenartigen. Sie haben zwar keine Augen, aber aufgrund des Haller'schen Organs ist es ihnen möglich ihr "Opfer" bereits in 10 - 15 Meter Entfernung zu bemerken. Das Haller'sche Organ gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Opfer nicht nur zu riechen (anhand der ausgeatmeten CO2-haltigen Luft) sondern nehmen sie jede noch so geringe Vibration auf, die ihr zukünftiges Opfer verursacht.

Ist das Opfer dann erst mal in Reichweite, lässt sich die Zecke herabfallen und beginnt ihre Reise zu den Regionen des Opfers, die am meisten durchblutet sind (Ohren, Innenseite der Schenkel, Genitalbereich). Im Normalfall vergehen bis zum ersten "Biss" 4-6 Stunden.

Hat die Zecke nun einen geeigneten Platz gefunden, ritzt sie mit ihren Mundwerkzeugen die Haut des Wirtes an um dann das Hypostom in die Haut zu bohren. Gleichzeitig sondert sie eine schmerzstillende Substanz ab. Dieser Vorgang dauert ca. 10 Minuten, was nur den Sinn hat, dass der Stich/Biß zunächst erstmal unbemerkt bleibt. Während der ganzen Mahlzeit sondert die Zecke Speichel ab. Dieser Speichel enthält natürlich zunächst einmal gerinnungshemmende Stoffe, zum anderen entzündungshemmende Stoffe sowie Materialien, die die Zecke fast in der Haut des Wirtes verankern.

Wer aber nun denkt, dass die Zecke sich nur Blut und Lymphe schmecken lässt, irrt. Sie verzehrt auch mit Vorliebe kleine Hautpartikelchen. Um diese zu verdauen muss sie aber immer wieder kleine Mengen ihres enzymhaltigen Magensaftes auswürgen und gleichmässig verteilen. Gerade dieser Magensaft kann für den Wirt unangenehme Folgen haben, dadurch, dass im Magensaft enthaltene Keime in die Wunde des Wirtes und somit auch in dessen Blutkreislauf geraten und evtl schwerwiegende Erkrankungen verursachen können.

Symptome:
-evtl. Juckreiz
-Schwellung
-Entzündungen
-bei Massenbefall droht Blutarmut (ein erwachsenes Weibchen saugt ca. 0,55 ml Blut pro Tag)

Krankheiten (nur die für Katzen relevanten)
• Lyme Borreliose (eher die Ausnahme. Vorwiegend erkranken Menschen oder Hunde)
Symptome: Wanderröte
Auswirkungen: Gelenkerkrankunge, Nervenerkrankungen (z.B. Muskelzittern), Herz-Nierensyndrom, Hautveränderungen, Fieber, Schmerzen, Apathie

• Hämobartonellen (infektiöse Blutarmut)
- zerstören die roten Blutkörperchen
-führt unbehandelt innerhalbn weniger Tage zum Tod des Tieres
Symptome:
Fieber; blasse gelblich gefärbte Schleimhäute, Schwäche, stark erhöhte Puls und Atemfrequenz)

Interessant daran ist, das der Ausbruch der Krankheit und auch die Schwere des Verlaufs von dem Immunstatus des Tieres zum Zeitpunkt der Infektion abzuhängen scheint. Das bedeutet, dass eine Katze die zum Zeitpunkt der Infektion topfit in bester Kondition ist, im Regelfall NICHT erkrankt.

Monatsthema Juli der Mailingliste JavSi-OriBa

FLÖHE

Flöhe ernähren sich vom Blut der Säugetiere. Obwohl es spezielle Flöhe gibt (Hunde-, Katzen-, Menschenflöhe usw.) sind sie nicht sonderlich wählerisch in der Wahl ihrer Wirte. Wahrscheinlich sind Flöhe deswegen eine der ältesten Tierarten.

Bevor man sich Gedanken über die Flohbekämpfung macht, sollte man sich erst mal um die Lebensweise dieser Plagegeister kümmern. Wusstet Ihr, dass das Leben eines Flohes nur drei Wochen dauert? Oder dass ein Flohweibchen ca 2500 Eier im Laufe ihres Lebens legt? Oder dass die Puppen bis zu einem Jahr auf ihre erste Blutmahlzeit warten und sich in der Zwischenzeit vom Kot der erwachsenen Flöhe oder von Hautschuppen ernähren? Wusstet Ihr, dass Ihr die extrem widerstandsfähigen Puppen auch duch die wirkungsvollsten Chemiekalien nicht töten könnt? Wusstet Ihr dass Katzen an Flohstichallergien leiden können?

Gerade weil Flöhe nicht sonderlich wählerisch in der Wahl ihres Wirtes sind, übertragen sie Krankheiten oder andere Parasiten wie zum Beispiel Würmer. Demzufolge scheint es angebrachter zu sein, eine sinnvolle regelmässige Flohprohylaxe durchzuführen, als einen schwierigen, teuren und sehr aufwendigen Kampf bei Befall gegen diese Parasiten zu führen.

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WÜRMER
Entgegen der landläufigen Meinung: Eine wurmfreie Katze gibt es nicht! Egal wie oft und mit welchen Mitteln man diesen Parasiten zu Leibe rückt. Auch ein negativer Befund einer Kotuntersuchung durch den Tierarzt besagt nur, dass zu diesem Zeitpunkt keine Wurmeier vorhanden sind. Eine Probe Tage später widerum kann ganz anders ausfallen, denn die im Körper des Wirtes befindlichen (abgekapselten) Larven sind noch nicht geschlechtsreif, somit kann die Kotuntersuchung dann nur negativ ausfallen.

Hierzulande unterscheidet man grob zwischen Rundwürmern (z.B. Hakenwurm, Spulwurm, Peitschenwurm) und Bandwürmern. In einigen Gebieten der USA kommt zudem noch der Herzbandwurm dazu, der durch den Stich einer Mücke übertragen werden kann (soviel ich weiss, ist das einzige sinnvolle Mittel als Schutz Stronghold).

Rundwürmer:
• fadenförmig
• je nach Art zwischen 1 mm und 25 cm(!)
• halten sich im Darmbereich auf
• ernähren sich von Darminhalt und von der Körpersubstanz (Blut, Schleimhautzellen) des Wirtes
• adulte Wurmweibchen legen mehrere 1000 Eier pro Tag
• die Eier werden über den Kot ausgeschieden (--> infektiöse Larven)
• aufgenommene Larven durchwandern die verschiedenen Organe des Wirtes, wo sie grossen Schaden anrichten können, eh sie im Darm angelangt sind

Bandwürmer

• flache, bandartige Körperform
• leben im Dünndarm
• zwischen wenigen mm bis zu mehreren Metern (!) durch sich ständig neu bildende Glieder (Proglottiden)
• fast alle Bandwürmer sind übrigens Zwitter
• Larvenentwicklung findet in mindestens einem Zwischenwirt
• Larven (Finnen) können erhebliche Schäden an den Organen des Wirtes anrichten, diese können sogar zum Tod führen
• entwickeln sich auch erst im Darm des Endwirtes zum adulten Wurm

Gurkenkernbandwurm
• weisse gurkenkernähnliche Bandwurmglieder
• wird durch Flöhe übertragen
• bis zu 50 cm lang
• Symptome:
• Schlittenfahren", Abmagerung, Verdauungstörungen

Fuchsbandwurm
• kleinerer Wurm mit Saugnäpfen
• wird durch den Verzehr von Zwischenwirten (Mäuse) übertragen
• 1,4-3,5 mm lang
• keine eindeutigen Symptome
• ACHTUNG: Infektionsgefahr für den Menschen (zum Teil auch Lebensgefahr: die Larven verursachen in den Organen wie z.. Lunge, Leber ein zumeist inoperables krebsartiges Wachstum oder aber den Wachstum von Zyten bis kindskopfgröße)... Eine Übertragung Mensch Katze ist selten. Wir Menschen infizieren uns in erster Linie durch den Verzehr von ungewaschenen Waldfrüchten (Pilze, Beeren) oder ungewaschenem Salat.

Taenien (Katzenbandwurm)
• Hakenkranz an Kopf, Saugnäpfe
• wird durch den Verzehr von Mäusen, Ratten, Innereien, rohem Fleisch(Fleischabfälle)
• zwischen 60cm und 2 m
• Symptome:
• nur bei Massenbefall zeigen sich Symptome: Abmagerung, Schwäche, Apathie, Störungen in der Futteraufnahme, Futterverweigerung

Hakenwürmer
• Übertragung durch Nahrung oder die Haut (!)
• wandern durch Blut, Lunge, Lungensekrete, Speiseröhre in den Dünndarm und "haken" sich in der Wand des Dünndarms ein
• vom Tag der "Infektion" bis zur Ankunft im Dünndarm vergehen ca. 3 Wochen
• bis zu 1,2 cm gross
• ernährt sich im Dünndarm vom Blut des Wirtes
• Symptome für einen Befall mit Hakenwürmern sind Abmagerung, Blutarmut und Durchfall
• Achtung: Infektionsgefahr für den Menschen !

Spulwürmer
• rötlich-graue oder gelbliche Würmer
• wird von der Mutter auf die ungeborenen Welpen übertragen oder durch Aufnahme der Larve in der Muttermilch oder durch Wurmeier in der Umgebung
• 6-18 cm gross
• Symptome:
• Lungenentzündung, Durchfall, Erbrechen, Abmagerung, Hautentzündungen, Rachitis
• Achtung: Infektionsgefahr für den Menschen

Nicht nur die Katzen sind gefährdet, wir Menschen (vor allem Kinder) können diese Parasiten auch aufnehmen. Zwar können die Würmer im menschlichen Körper ihre Entwicklung nicht abschliessen, denoch kann dieser Befall ebenso wie bei der Katze zu gesundheitlichen Problemen (Blindheit durch Spulwurmlarven im Augenmuskel, Gewebeschädigungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie Stoffwechselgifte) führen.

Abgekapselte Larven von Hakenwürmern oder/und Spulwürmern werden durch hormonelle Veränderungen während der Trächtigkeit veranlasst, ihre Wanderung wieder aufzunehmen. Diese Wanderung endet meist in den Milchdrüsen wenige Tage vor der Geburt. Die Kitten nehmen dann mit der Milch die Larven auf und spätestens ab der zweiten Lebenswoche sind eben diese Larven zu adulten Würmern im Darm der Babies herangereift. Hier sollte man das erste Mal entwurmen, ehe die Würmer geschlechtsreif sind und mit der Eiablage beginnen. Da die Babies aber während der Muttermilchaufnahme sich immer wieder infizieren können, muss weiter regelmässig entwurmt werde.. Dann wieder zwei Wochen nachdem die Babies von der Muttermilch entwöhnt wurden.

 

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Toxoplasmose
 
Symptome

  • leichter Durchfall

Ansteckung

  • ein Parasit (Toxoplasma gondii) befällt im Körper der Katze zum einen die Darmschleimhaut und zum anderen bildet er Bläschen in den Organen

  • Ansteckung erfolgt über die Oouysten (eiförmige Gebilde, die über den Kot der Katze ausgeschieden werden)

  • Ansteckung erfolgt durch den Verzehr von rohem Fleisch oder durch Fressen von Beutetieren (Mäuse, Vögel) die den Parasiten beherbergen

Behandlung:

  • kein rohes Fleisch füttern

  • Katzentoilette täglich reinigen
     

Der Mensch steckt sich in erster Linie durch den Genuß von rohem Schweine- und Schaffleisch an, aber auch durch die Aufnahme von den mit dem Katzenkot ausgeschiedenen, nicht sichtbaren Oozysten, die sich besonders im Katzenklo aber auch an der Katze selbst sowie in der Wohnung verstreut befinden können. Die Infektion verläuft häufig ohne Krankheitsanzeichen oder nur mit milden Symptomen. Ernsthaft können abwehrgeschwächte Menschen erkranken. Eine besondere Gefahr besteht in der Infektion des ungeborenen Kindes, wenn die werdende Mutter bisher noch nie Kontakt mit dem  Krankheitserreger hatte und deswegen nicht immun ist. 

Vorsichtsmaßnahmen für werdende Mütter:

  • Unterbindung engen, unhygienischen Kontakts mit Katzen, insbesondere Jungtieren. 

  • gründliches Händewaschen nach Manipulation mit rohem Fleisch, nach Gartenarbeiten, nach dem Umgang mit Katzen, nach spielen im Sandkasten, vor dem Essen; nichtimmune Schwangere sollten Gartenarbeiten unterlassen

  •  gründliches Waschen von Fallobst und roh zu genießendem Gartengemüse vor dem Verzehr - tägliche Reinigung der Katzentoilette (nicht durch die schwangere Frau) . ggf. medikamentelle Behandlung der Oozyste ausscheidenden Hauskatzen