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Die
Geschichte der Siamkatze
Erstmalig wurde eine
Siamkatze 1350 erwähnt (Katzen-Gedichte-Buch, National Library). Zwar
wurde sie noch Vichien Mas genannt, die Zeichnung zeigt eindeutig eine
Siamkatze (heller Körper, dunkle Points). Damals waren diese Tiere im
heutigen Thailand sehr selten, so dass nur der Adel diese Katzen hielt.
Klar, dass es viele Legenden und Geschichten über die Siamkatze gibt. Eine
Legende besagt, dass die Lieblingskatze einer Prinzessin ein Siam war. Die
Prinzessin streifte ihre Ringe jedesmal wenn sie baden ging über den
Schwanz ihrer Siam. Die Siamkatze wollte keinesfalls diese Ringe
verlieren, deswegen bog das Tier seinen Schwanz, so dass irgendwann ein
Knick zurückblieb. 1871 fand in London, im berühmten Crystal Palace, die
erste Ausstellung statt. Hier wurde auch das erste Mal eine Siam
ausgestellt. Einer schrieb, sie wäre der unnatürliche Alptraum von einer
Katze. Ein anderer drückte es etwas gemässigter aus: Die Siamkatze würde
immer nur einen bestimmten Freundeskreis haben. Erst sah es so aus, als ob
diese Leute recht behalten würden: Die Zucht der Siamkatze erwies sich
schwierig, da die Tiere unter dem Klimawechsel litten. Da trennte sich das
erste Mal die Spreu vom Weizen: Viele Züchter gaben das Unterfangen
Siamzucht auf. Erst 1884 wurde die Siam allmählich bekannter: Der Bruder
des britischen Generalkonsuls von Bangkok, brachte ein Siampärchen mit
nach England. Seine Schwester, Mrs Lillian Velvey stellte diese Tiere aus.
Das Interesse der Katzenliebhaber war geweckt. Um 1890 herum hatten es die
wenigen übrig gebliebenen Züchter geschafft. Der Grundstein der Siamzucht
war gelegt. Man erkannte damals schon, dass Knickschwanz und Schielen
genetische Fehler waren und begannen diese Fehler gezielt heraus zu
züchten. 1892 wurde in England der erste Rassestandard erstellt. Die
erste Cat-Show in den USA wurde 1895 in New York veranstaltet. Ein
Reporter berichtete von einer Tabbykatze, die ihn alles andere vergessen
lies. Es wird vermutet, dass die Frau des 19. Präsidenten der Vereinigten
Staaten von Amerika, Mrs. Rutherford B. Hayes die ersten Tiere in die USA
brachte. 1927 begann dann auch in Deutschland die Zucht dieser
faszinierenden Tiere, allerdings fast ausschliesslich in zoologischen
Gärten (Berlin, Frankfurt, Dresden). In der Schweiz wurde sie das erste
Mal 1937 auf Ausstellungen präsentiert.
Ursprung
Orientalisch Kurzhaar (OKH)
Im
alten Siam lebten schon immer auch einfarbige, siamähnliche Tiere.
Allerdings wurden diese Tiere vermutlich nie nach Europa exportiert, da
als Siamkatze nur die Tiere mit blauen Augen und Maske galten. Um 1950
wollte man dann eine Katze mit dem Aussehen, Temperament und Charakter der
Siamkatze züchten, allerdings ohne Points sonder "einfarbig". Also
verpaarten englische Züchter die Siamkatze mit Hauskatzen oder aber mit
Russisch Blau. Ende der sechziger Jahre wurden amerikanische Züchter auf
diese Tiere aufmerksam und importierten einige. Hier kreuzte man wieder
Siamesen ein um auch das Wesen und das Erscheinungsbild wieder zu
festigen. Auch hier wurde die Farbpalette erweitert durch gezielte
Verpaarungen mit Hauskatzen und Abessinern. 1968 wurde in Deutschland mit
der gezielten Zucht der Orientalisch Kurzhaar nach englischem Vorbild
begonnen.
Die
Siamzüchter reagierten im allgemeinen verärgert, dennoch wurde die
Orientalisch Kurzhaar durch das Durchhaltevermögen einiger OKH-Züchter
1972 durch die FiFe anerkannt, 1977 dann durch die CFA in Amerika.
Ursprung
Balinese
Im
Grunde beginnt die Geschichte der Balinesen ebenso wie die der Siamesen.
Denn genetisch betrachtet ist ein Balinese ein halblanghaariger Siamese.
Des Weiteren hat es seit Beginn der Zucht in Europa immer wieder mal
Kitten gegeben, die zwar die Statur und die Zeichnung einer Siam hatten,
aber längeres Fell. Diese halblanghaarigen Kitten wurden verschwiegen,
damit niemand glaubte, man habe fremde Rassen eingekreuzt.
Woher dieses Langhaargen nun tatsächlich kommt, ist auch unter den
Experten noch umstritten. Am wahrscheinlichsten ist die Theorie, dass
dieses rezessive Langhaargen seinen Ursprung durch Persereinkreuzungen vor
vielen Jahren hat (rezessive Gene kann man übrigens bis zu 90 Generationen
zurück verfolgen).
In den 40er und 50er Jahren wurden dann die Balinesen in den USA gezielt
gezüchtet. Anfang der 70er Jahre kamen dann die ersten Tiere nach Europa.
Zunächst nach England, Holland und Frankreich. In Deutschland wurden die
ersten Balinesen 1980 auf Ausstellungen gezeigt. 1983 erkannte die FIFe
die Rasse unter dem Namen Balinesen zwar an, allerdings nur in der Gruppe
der Halblanghaarkatzen. Erst 1992 wurde die Familie Oriental-Katzen
vereint. Zu der Gruppe IV Oriental-Katzen gehören seitdem neben den
Siamesen und Orient. Kurzhaar auch die Balinesen und die Javanesen.
Den Namen
Balinesen haben diese Tiere übrigens aus folgendem Grund: Da die Siamesen
und die Balinesen sehr eng miteinander verwandt sind, legten die Züchter
die Insel Bali zugrunde, die unweit von Siam, dem heutigen Thailand liegt.
Ursprung
Javanesen (Mandarin)
Erst Ende
der siebziger, Anfang der achtziger Jahre wurden die Javanesen gezielt
gezüchtet, indem man Balinesen mit Orientalisch Kurzhaar verpaarte.
Dadurch, dass man von vorneherein mit typvollen Tieren züchtete, erreichte
man ziemlich schnell das Zuchtziel: einfarbige Balinesen, respektive
Orientalisch Langhaar, oder Mandarin.
Allerdings
muss man als Liebhaber beim Kauf dieser Tiere ein wenig mehr acht geben:
Um die Fellbeschaffenheit positiv zu beeinflussen, haben Züchter einiger
Linien Türkisch Angora Katzen eingekreuzt. Deswegen sollte man sich beim
Kauf eines Javanesen ein wenig mehr mit dem Stammbaum beschäftigen, damit
man auch wirklich einen Javanesen mit dem typischen Charakter der
Oriental-Katze erwirbt.
Javanesen
sind durchgefärbt und vollpigmentiert wie auch die Orient. Kurzhaar.
1985 wurden die Javanesen (die übrigens in den USA Mandarin respektive
Orientalisch Langhaar genannt werden) in den USA anerkannt. 1986 erfolgte
die Anerkennung durch die FIFe, allerdings in der Gruppe der Halblanghaar,
wo sie dann aber nur bis 1992 blieben. Sie wurden dann, wie die Balinesen
auch, in der Gruppe der Oriental-Katzen geführt, wo sie schlussendlich
auch hingehören.
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