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Niburoth war
mein Seelchen. Das bedeutet keinesfalls, dass er sich die
Butter vom Brot klauen ließ, aber er war der gutmütigste und
geduldigste Kater, den ich je erlebt habe. Ob es nun um
Impfungen geht oder darum, sich von unserer großen im
Puppenwagen durch die Gegend schieben zu lassen. Nibi nahm
alles mit einer Sanftmut hin, die seinesgleichen sucht. Er
hatte zwar den Mut nicht zwingend erfunden und neue
Situationen, wie z.B. das Lauflernhündchen von unserem Sohn,
waren nicht unbedingt sein Steckenpferd, doch ihn aus der Ruhe
zu bringen hatte keiner geschafft.
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Eine Kleinigkeit war doch zeitweise etwas anstrengend: Niburoth war sehr
nachtragend, wenn es darum ging, zu lange von uns allein gelassen zu
werden: Als wäre es nicht schon schlimm genug, wöchentlich den Stress mit
dem Wocheneinkauf hinter sich zu bringen. Nein, weit gefehlt. Abgekämpft
kam man nach Hause, schleppte die Einkäufe ins Haus und verstaute selbige,
aber nicht ohne das vorwurfsvolle Gemaunze von Niburoth. Er verfolgte den
"Sünder", sprich mich, auf Schritt und Tritt mit einem doch recht deutlich
hörbaren, nicht enden wollenden Vorwurf. Meist fand das Schauspiel seinen
Höhepunkt bei der Fütterung: Laut schimpfend beobachtete er die Verteilung
des Futters, steigerte seinen vorwurfsvollen Ton bis aufs Maximum. Dann
trank und fraß er und kam dann kuscheln. Damit hatte ich dann meine Schuld
ausreichend gebüßt. Zumindest bis zum nächsten Mal. |
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In der Neujahrsnacht diesen Jahres ist Nibi
nach kurzer aber heftiger Krankheit
ganz sanft in meinen Armen
gestorben. |
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